Midlife-Crises oder Wechseljahre

 

Dürfen wir Frauen auch eine Midlife-Crises haben?

 

Kommen Männer in die Wechseljahre?

 

 Vielleicht sind es die Seiten ein und derselben Medaille. 

 

 

Frauen zwischen 45 und 60 Jahren sind in den Wechseljahren, Männern kommen in die Midlife-Crisis, oder ist es umgekehrt?

 

Stereotype Gesellschaftsbilder lassen kaum andere Rückschlüsse zu. Doch wie ergeht es Frauen, bzw. Männer in der Zeit um die Lebensmitte? Sind die emotionalen und sozialen Veränderungen nicht ähnlich, oder gar dieselben? 

 

Fakt ist doch, dass Frauen, als auch Männer um den 43. Geburtstag in der Lebensmitte angekommen sind (wir werden statistisch etwa 86 Jahre alt!). Fakt ist auch, dass wir alle älter werden, unser Körper mehr oder weniger Alterserscheinungen entwickelt. Die Haare werden grauer, die Haut verliert an Elastizität und die Lesebrille wird irgendwann notwenige Begleiterin. 

 

Doch was wird nun anders? 

 

Sozial verändert sich die Rolle in der Gesellschaft. Menschen um die Lebensmitte haben schon viel erlebt, konnten Lebenserfahrung sammeln und möchten diese nun weiter geben. Diese Lebenserfahrung kann sowohl jüngeren Kolleginnen und Kollegen, als auch jüngeren Generationen hilfreich sein. Doch nicht immer wollen Jüngere von dieser Erfahrung auch hören. So manche Frau empfindet es als Kränkung nichts von ihrer Erfahrung weiter geben zu können. Auch Männer fühlen sich gekränkt, wenn kein Hahn nach ihrem Wissen kräht.

 

Vielleicht ist aber auch der Betrieb oder die Familie gar nicht die richtige Adresse für unsere Erfahrungen. Möglicherweise ist unser Wissen in einem Verein, in einer Einrichtung zur Unterstützung von jungen Erwachsenen oder benachteiligten Kindern sogar notwendiger. Das Engagement in caritativen Einrichtungen ist eine bereichernde Tätigkeit und stärkt unser Selbstbild. 

 

 

Langsam verändert sich auch die Stellung in der Generationenfolge. Wir werden Großeltern, Großtante oder Großonkel, vielleicht auch Wahlgroßmutter. Als junge Eltern sind Frauen und Männer stark gefordert. Die Generation der Großeltern kann nun gelassener zusehen und wenn gewünscht, auch mit mehr Ruhe unterstützen.

 

Doch wenn der Kinderwunsch nicht in Erfüllung ging oder eine Familienidylle, wie in jungen Jahren erträumt, nicht möglich wurde, was dann? Möglicherweise ist gerade dann das Wahlgroßeltern-Sein sehr erfüllend. Vielleicht macht sich aber auch tiefe Trauer breit.

 

 

Kränkung, Freude, Trauer, Hoffnung – spätestens jetzt wird spürbar, dass die Zeit um die Lebensmitte auch emotional intensiv sein kann.

 

Der Abschied von Lebensplänen, Berufswünschen oder eben auch dem Kinderwunsch, braucht Zeit und Energie. So ist es nicht verwunderlich, wenn wir uns erschöpft, oder nicht mehr so belastbar fühlen. Schlafstörungen haben ihre Ursache vielleicht weniger in der hormonellen Veränderung, als in den Sorgen, dem ständigen Gedankenkreisen.

 

Diese emotionalen Veränderungen sind so individuell wie jede Frau und jeder Mann. Gerade deshalb sind hier keine pauschalen Hilfestellungen möglich. Eines lässt sich jedoch sagen, je mutiger wir neue Lösungen versuchen, umso eher werden wir das für uns Passende finden.

 

Vielleicht scheint es von außen eher schräg oder konfus.

 

Die Klassiker wie Yoga oder Feldenkrais, Lauftreffs oder Fitness-Studio sind ja noch gesellschaftsfähig, doch wie ist es mit Bogenschießen zur Entspannung, Kalligraphie zur Zentrierung oder der Aufenthalt in einer Einsiedelei?

 

Je untypischer die Freizeitbeschäftigung oder die neue Lebensumgebung, umso weniger passt diese in das Gesellschaftsbild. Stereotype Bilder der Wechseljahre, oder der Midlife-Crises, haben hier ihren Ursprung. Schnell wird Frau in die Schublade der Wechseljahre gesteckt, weil sie nun in einen „Männerberuf“ wechselt, oder dem Mann eine „Midlife-Crises“ angedichtet, weil er seine lange schon gescheiterte Ehe verlässt.

  

Die Veränderungen in unserem Gefühlsleben, unseren Werten und Zielen sind vielfältig und beinahe endlos. Die Art ihnen zu begegnen ebenfalls.

  

 

Hier kommen wir zu den Fakten zurück.

 

Die Jahre um die Lebensmitte sind Jahre des Wechsels für Frauen und Männer.

 

Die Lebensmitte (=Midlife) ist eine Zeit der Krise (der Wortursprung liegt im griechischen - krísis ursprünglich Meinung‘, ‚Beurteilung‘, ‚Entscheidung).

 

Somit haben wir nun die Möglichkeit, unser Leben neu zu beurteilen, uns zu entscheiden, welchen Weg wir gehen und unsere Meinung zu vertreten. 

 

Wir haben die Wahl und die Möglichkeit unsere Sichtweise zu verändern. Selbst kleine Veränderungen sind der Beginn von etwas Großem!

 

 

Was ist nun möglich? Können wir sein wie der April? 

 

April, April, der macht was er will!

 

 

Genießt den Frühling, das Neue, das Frische, bis zum nächsten Mal,

 

 

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