Das Leben als Wunschkonzert?
Ich habe Frauen um die sechzig befragt nach dem Wunsch nochmal vierzig zu sein, sie meinten:
Ja, da war ich in meiner Kraft, in der Mitte des Lebens. Doch nein, da war ich hin und her gerissen, sehr gefordert. Jetzt fühl ich mich gelassen, entspannt und habe nicht mehr das Bedürfnis alles tun zu müssen.
Sie lernten das Leben zu beurteilen, ihre Entscheidungen ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten gerecht zu treffen.
Lässt sich daraus schließen, dass es wirklich stimmt „Sie macht was sie will?“
Möglicherweise ist es die Chance, in den Jahren zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Geburtstag, die Fähigkeit nach den folgenden Zeilen zu leben, zu entwickeln:
Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Zugeschrieben werden diese Zeilen verschiedenen Personen.
Doch ist es nicht genau das, was wir aus den Aussagen der rund sechzigjährigen Frauen schließen können?
Zeiten des Übergangs sind immer auch Zeiten der Herausforderung und geben die Möglichkeit das Leben neu zu betrachten und zu überdenken.
David Steindl-Rast findet hierzu auch ganz klare Worte: „stop – look – go“. Er bezieht sich auf die immerwährende Möglichkeit jeden Moment des Lebens zu betrachten, ihn wahrzunehmen und einzuschätzen, die Handlungsalternativen abzuwägen und dann daraus seine Schlüsse zu ziehen. David Steindl-Rast sieht dies freilich als eine Übung der Achtsamkeit, getragen durch seine spirituelle Praxis und seinen Glauben.
Alles in allem sind Zeiten des Übergangs aber auch Zeiten der Sinnsuche. Welchen Sinn hat mein Leben nun? Bin ich altes Eisen oder wertvolle Quelle? Wir haben die Wahl.
Hier ist er wieder,
der April – "sie macht was sie will!"
Ja, wir müssen nicht überall dabei sein, um zu gefallen. Wir müssen nicht jeden Trend mitmachen, um jugendlich zu sein. Wir sind dabei, weil es uns gut tut. Wir nehmen den Trend auf, weil er uns gefällt.
Das Leben ist aber kein Wunschkonzert.
Es stellt uns vor Tatsachen, eben vor Dinge, die wir nicht ändern können. Hier haben wir jedoch auch eine Wahl. Wir haben die Wahl, wie wir diesen Dingen begegnen, wie wir zu ihnen stehen.
Wir können resignierend davor stehen oder sie in unser Leben integrieren. Sind wir in unseren Gedanken starr und unveränderlich, wird uns der Gegenwind knicken. Lernen wir elastisch zu sein, können wir trotz Gegenwind aufrecht stehen. Wir haben die Wahl. Wir können innehalten, die Situation abwägen, unsere Entscheidung treffen und so nach unserem Willen handeln.
"Sie macht was sie will!", meint also nicht egozentrisches Leben. Der Satz meint vielmehr Leben nach meinen Fähigkeiten, meinen Werten und meinen Entscheidungen.
Auch dieser Blogbeitrag sieht sich nicht als Fakt. Er ist als Anregung gedacht, als Impuls das Leben und meine weibliche Seite zu betrachten – eben, den eigene Weg zu gehen.
Viele Anregungen dazu finden sich auch in den vorherigen Blogbeiträgen.
Das Leben als immerwährende Entscheidungsmöglichkeit zu leben ist anstrengend. Innehalten und Kraft schöpfen will auch gelernt und geübt werden.
Hierzu wird der der nächste Blogbeitrag Anregungen geben.
Vielleicht wollt Ihr Euch ja sogar ein ganzes Wochenende diesem Thema zuwenden. In unserem Seminar Frauentankstelle bietet sich hierfür eine gute Gelegenheit.
Viel Freude an Eurer, vielleicht neuen, weiblichen Seite,
wünschen
die