Meine Kraftquelle "ICH KANN"

Sie fließt kontinuierlich, mal wie ein kleines Rinnsal, mal kräftig und klar, aber kontinuierlich!

 

Vor ein paar Jahren, habe ich eine ganz besondere Kraftquelle für mich entdeckt.

ICH KANN!

 

 

Wir kenne sie alle, kleine Kinder, welche mit einer Selbstverständlichkeit vor uns stehen und meinen „ICH KANN“. Diese kleinen Kinder kennen noch keine inneren Antreiber. Sie müssen niemanden genügen, sie müssen nicht besser sein, als andere, sie haben nicht den Anspruch perfekt zu sein, oder wollen es allen recht machen. Sie wollen nur sie selbst sein.

 

Sie sind überzeugt von sich. Kleine Kinder haben weder Selbstzweifel, noch Angst zu versagen. Sie sind ganz klar „ICH KANN“.

 

 

 

Nun was haben kleine Kinder und meine neue Kraftquelle miteinander zu tun.

 

Etwa um die Lebensmitte (ja fast genau zu meinem 40zigsten Geburtstag) bemerkte ich immer mehr den Drang in mir Wünsche umzusetzen, welche ich schon mal in der Jugend hatte. Wünsche, welche ich meist mit der Begründung, „es geht halt nicht“ oder „ich kann das eben nicht“ fallen ließ.

 

Ich muss zugeben, viele meiner Fähigkeiten waren beinahe selbstverständlich für mich. Ich konnte mir gut neues Wissen aneignen und kam so recht gut durch die Schulzeit. Die Ausbildung schaffte ich auch ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Ja sogar meine damalige Lebensplanung gelang wie von selbst. Wenn jedoch ein Wunsch, eine Idee sich nicht so einfach umsetzen ließ war ich nicht beharrlich. Mein Leben ein ruhiger Fluss. Natürlich gab es Stromschnellen, Engstellen oder gar Hindernisse, diese konnte ich meist ganz gut bewältigen. Ich hätte mir aber nie gewunschen, dass etwas Abenteuer im Laufe des Flusses auftaucht. So war das Leben zwischen meinem 25zigsten und 40zigsten Lebensjahr geprägt von Ausweichmanövern und kontinuierlichem rudern, um vorwärts zu kommen.

 

Meine Wünsche waren damals klein und es braucht kaum Aufwand diese umzusetzen. In den letzten Jahren jedoch wollte ich mehr. Mehr Leben, mehr Abenteuer (nein nichts gefährliches, oder gleich mutterseelenalleine in den Dschungel). Die erste große Veränderung kam mit einer nicht gewünschten Lebensveränderung, meiner Scheidung. So lernte ich, mich auf mich selbst zu verlassen und zu entscheiden. Nach und nach kamen kleine Wünsche aus meiner Jugend wieder – ich wollte tanzen, Städte besuchen, viel lesen, ein Studium abschließen, ausgelassen sein und ganz neu, sogar Motorrad fahren lernen.

 

Ich lernte beharrlich meinen Weg zu gehen – Schritt für Schritt zum Ziel. Das war nun kein ruhiger Fluss mehr. So mancher Seitenarm verlief sich im Sumpf oder es ging plötzlich rasend schnell dahin. Ich lernte auch meine Zweifel zu hinterfragen. Geht es wirklich nicht? Ist das Ziel, der Wunsch wirklich zu groß für mich. Ich lernte Geduld mit mir zu haben und meine Zeit zu brauchen, um ans Ziel zu gelangen.

 

Ich lernte „ICH KANN“ zu sagen. Meine Kreativität ist eine weitere Kraftquelle, welche „ICH KANN“ unterstützt. So ist es mir möglich auch mit geringen Mitteln und etwas anderen Lösungsansätzen zum Ziel zu gelangen.

 

Die inneren Mahner „das ist nichts für dich“, „lass das die anderen tun, die können es besser“, „das ist so gar nicht passend für ….“ werden immer leiser. Sollten sie wieder mal lauf aufschreien, höre ich sie, prüfe ihre Einwände auf Wahrheit und Relevanz und entscheide dann, wie ich weiter mache.

 

 „ICH KANN“ braucht kein Geld, keine weitere Zeit, kein Wellnesswochenende oder gar einen langen Urlaub.

 

„ICH KANN“ ist eine Kraftquelle, die Mut braucht. Mut sich Schwächen einzugestehen und Mut etwas auszuprobieren. Sie braucht auch Mut zu scheitern, hinzufallen und wieder aufzustehen.

 

„ICH KANN“ hat nichts mit Überheblichkeit zu tun oder mit Selbstüberschätzung. Ganz im Gegenteil sie zeigt mir meine Kraft. Sie hält mir auch immer wieder eine Stopp-Tafel hin und lässt mich Umwege gehen, wenn es notwendig ist.

 

 

 

Ich wünsche allen Leserinnen bei sich die Kraftquelle „ICH KANN“ zu entdecken. Sei sie noch so klein, sie kann auch zu großen Zielen führen.

 

Viel Freude mit Euren Wünschen und Zielen,

 

die  

 

 

 

 PS: die Anregungen zum Innehalten und wieder Anlauf nehmen gibt es hoffentlich im nächsten Beitrag - diese Erkenntnis war mir heute einfach wichtiger ;-)