Nach einem intensiven Sommer mit Urlaub, neuen Arbeitsaufgaben und Familienzeiten hier ein paar Gedanken.
Schon im vorletzten Blogbeitrag haben wir versprochen, uns dem Thema Innehalten und Kraft schöpfen zu widmen.
Ich habe beobachtet, dass es Zeiten in meinem Leben gab und gibt, in denen es leicht fällt innezuhalten und sich Gutes zu tun. An anderen Tagen, Wochen oder gar Monaten gelingt es dann aber scheinbar gar nicht. Über jene Zeiten, an denen es gelingt, brauche ich wohl nicht zu schreiben. Ich hoffe jede Leserin kennt diese wunderbaren Tage, Wochen oder Monate.
Manchmal habe ich das Gefühl, unsere Energie ist wie ein großer Gebirgssee. Erfrischend, tonisierend und ausgleichend zugleich. Doch ein See braucht einen Zulauf, um immer Wasser zu haben und auch einen Ablauf, um nicht über die Ufer zu treten.
Das Leben bringt immer wieder Situationen, welche unseren Energiesee entleeren, oder zumindest den Wasserstand stark reduzieren, um den Zulauf müssen wir uns aber immer wieder bemühen.
Was kann ich nun tun, wenn der Wasserpegel sinkt?
Wo finde ich meine Energie?
Wie starte ich neu, wenn ich aus der Übung gekommen bin?
Muss ich es alleine schaffen?
Was oder wer kann helfen?
Innehalten, Kraft schöpfen und sich Gutes tun braucht weder viel Zeit, noch viel Geld. Es braucht aber Konsequenz und ein wenig Übung. Diese kommt im Tun.
Anfänglich hilft es, den neuen Gewohnheiten einen oder mehrere Fixtermine am Tag oder in der Woche einzuräumen. Ja es kann sogar notwendig sein, sich diese in den Terminkalender einzutragen. „Auftank-Termin“, „Kraftquelle aufsuchen“ oder „Innehalten“ könnte hier stehen. Im Laufe der Zeit sind es dann keine „Termine“ mehr sondern eben Gewohnheiten, die wir, wenn sie stimmig sind nicht mehr missen wollen.
Eine andere Möglichkeit ist es die neuen Gewohnheiten mit anderen zu kombinieren, wie wäre es mit der Minute nach dem Zähne putzen, vor dem letzten Schluck Kaffee am Nachmittag, beim Stiegen steigen.
Es kann auch eine Aufforderung am Bildschirmschoner sein – getarnt als Bild, Spruch etc.
Der einen oder anderen hilft es die neuen Vorsätze einer Freundin zu erzählen und sich immer wieder darüber auszutauschen.
Doch wie ist das jetzt genau mit dem Kraft Schöpfen oder Innehalten. Es gibt mindestens so viele Möglichkeiten wie Menschen auf dieser Erde. Alle großen Weltreligionen kennen die Zeiten der Kontemplation. Im Rezitieren von Texten, beten oder auch genauen Beobachten der Natur üben sich Gläubige ihren Geist zu beruhigen und im hier und jetzt zu sein. Dies geschieht im Kontext des Glaubens und meist mit dem Ziel sich mit Gott, dem Göttlichen, dem großen Ganzen zu verbinden. Doch auch ohne religiöse Motivation ist diese Übung hilfreich. Sind unsere Gedanken auf etwas fokussiert ist kein Platz für To-do-Listen, Zweifel oder Ängste. Sie können für einige Momente „draußen“ bleiben. Für diese Übungen eignen sich alle Gedichte, Lieder, ansprechende Bilder oder auch Blüten, Wolken die vorüber ziehen und Insekten bei ihrer Arbeit.
All diese Momente des Innehaltens können nach oder vor jeder anderen Gewohnheit geübt werden. Sie brauchen weder Geld, noch eine besondere Ausstattung.
Gerade eben habe ich meine Schreibtätigkeit unterbrochen und kurz Kraft getankt. Mein Blick fiel auf einen bunten Herbstwald. Ich schenkte der Natur für ein paar Minuten meine Aufmerksamkeit. Die verschiedenen Farben, die unterschiedlichsten Formen der Bäume sind wunderbar. Jeder Baum ist einzigartig. Keine Lärche gleicht der anderen, keine Buche ist gleich gefärbt. Die einen sind höher, die anderen breiter. Immer wieder kehrte ich mit meiner Aufmerksamkeit zu diesem Bild der Natur zurück. Natürlich wollten meine Gedanken abschweifen, doch ich erinnerte mich daran kurz Kraft tanken zu wollen.
Eine andere Art Innezuhalten und wieder Energie zu sammeln ist es unsere Alltagsroutine zu verändern. Sich selbst Gutes tun, könnte zum Beispiel eine kleine Fußmassage gleich nach dem Aufstehen sein. Am Morgen, wenn alles noch ruhig ist, ist Zeit besonders wohltuend. Auch ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause wirkt manchmal Wunder. Bewegung ist erwiesenermaßen, sogar in Studien belegt, bei Abgeschlagenheit und Erschöpfung belebend. Auch wenn es widersprüchlich scheint, Bewegung bewegt. Die Bewegung sollte aber nicht gleich einem Marathon gleichen, sonst laugt sie aus.
Schlafprobleme sind in den Wechseljahre auch immer wieder Thema. Wie wäre es mit einem warmen Fußbad und einer Seite lesen am Abend? Diese Gewohnheit hilft, unseren Geist zur Ruhe kommen zu lassen und uns auf den Schlaf vorzubereiten. Eine andere Möglichkeit wäre eine Tasse Tee und den Tag im Tagebuch Revue passieren zu lassen (TTT=Tasse Tee und Tagebuch, ;-). Gerade Abend-Rituale sind bei Schlafveränderungen während der Wechseljahre hilfreich.
Neben den kontemplativen und ruhigen Gewohnheiten geben aber auch aktive und Freude bereitende Minuten oder Stunden neue Kraft. Es ist nun vielleicht Zeit, alte Wünsche oder in der Kindheit und Jugend ausgeübte Hobbys wieder zu aktivieren. Wie wäre es mit tanzen, singen, ein Musikinstrument lernen? Freude schüttet Serotonin aus, dieses wird nicht um sonst als Glückshormon bezeichnet. Verstärkt kann diese Freude noch im Miteinander werden. Gemeinsam zu tanzen, singen oder Musik zu machen stärkt also doppelt.
Es ist natürlich nicht möglich unseren Gebirgssee, unsere Energie nur durch einen kontinuierlichen Zulauf gefüllt zu halten. Auch dem Ablauf seinen noch ein paar Gedanken gewidmet. Die schon oft erwähnten Energieräuber sind vielfältig. Lebensumbrüche kommen unerwartet, hier können wir reagieren. Zeiten der Veränderung fordern uns, sie bieten aber auch Möglichkeit zum Wachsen.
Im täglichen Geschehen können wir Einfluss nehmen. Alltägliche Begegnungen und Herausforderungen gelingen mehr oder weniger und rauben uns mehr oder weniger Energie.
Möglicherweise tragen wir auch selbst dazu bei, Kraft zu verlieren. Wie oft kritisieren wir uns selbst, zweifeln an uns, oder sind sogar völlig unzufrieden mit uns. Sogenannte erlernte Glaubenssätze sind Ursache dafür. Diese zu erkennen und langsam und gewissenhaft auf ihre Wahrheit zu überprüfen, ist eine wichtige Aufgabe der Wechseljahre. Je besser wir uns und unsere, auch unterbewussten, Gedanken kennen, umso gelassener werden wir.
Dieser Beitrag ist wie immer ein Denkanstoß und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Erkenntnisse.
Näher eingehen können wir in der Ausbildung zur Wechseljahre-Expertin, welche im Jänner 2020 beginnt. Informationen dazu unter www.vollblutweiber.at
Nun viel Freude mit neuen Gewohnheiten und dem damit verbunden Gefühl für die Weiblichkeit,
die